Restigouche - Wracktauchen in Acapulco

Text und Bilder, auch ohne weiteren Hinweis (c) Derk Marko Reckel, viele Bilder mit "Mouse-Over-Texten"

Daten der HMCS Restigouche II

Die Restigouche Klasse wurde nach dem von 1930 bis 1945 in kanadischen Diensten stehenden C-Klasse Zerstörer HMCS Restigouche, der ursprünglichen britischen HMS Comet benannt.


Historische Daten:


Technische Daten:
Im Jahr 2000 wurde die Restigouche, zusammen mit der Kootenay von der mexicanischen Regierung zum Preis von 3 Millionen MXN erworben, um als künstliche Riffe für Unterwasserattraktionen zur Tourismusförderung versenkt zu werden. Das Boot wurde im Hafen von Acapulco im Verlauf von 7 Monaten auf diese Versenkung vorbereitet. So wurden umweltschädliche Einbauten entfernt und das Schiff von Öl und Treibstoff gereinigt. Die Reinigung war jedoch noch nicht abgeschlossen. Ausserdem wurden Fenster in den Rumpf geschnitten um bei Penetrationstauchgängen mehr Ausstiege bereit zu halten. Allerdings hat zu Beginn der Hurricane-Saison der Hafenkapitän beschlossen, dass das Risiko zu gross sei, dass das Schiff im Hafen durch einen Sturm sinkt und so den Tourismus durch Kreuzfahrtschiffe beeinträchtigt. Deshalb wurde das Schiff aus dem Hafen gezogen und in deutlicher Entfernung und Tiefe in einer "Nacht- und Nebel-Aktion" versenkt.
Der Untergang der Restigouche, Foto: Archiv SDA



Betauchen der Restigouche II

Seit ihrer unglücklichen Versenkung liegt die Restigouche in einer Tiefe von 65 Metern, die Aufbauten beginnen in 45 Metern. Das Gebiet in dem das Schiff versenkt wurde weist mit hoher Regelmässigkeit starke Strömungen auf. Also nicht die besten Bedingungen für den Hobbytaucher. Während der Versenkung ist die Restigouche in der Mitte auseinandergebrochen, liegt jedoch stabil aufrecht auf ihrem Kiel, ca. 1,5 m im Sediment eingebettet. In dieser Tiefe hat man jedoch nur bei optimalen Sichtweiten noch ausreichend Licht um überhaupt etwas zu erkennen.
Ich hatte meinen Jubiläumstauchgang (100) zur Restigouche geplant und harrte deshalb gespannt den Samstag aus. Leider verzögerte sich die Abfahrt immer weiter, so dass wir erst um 17:35 ins Wasser kamen, klar, dass dann ohne Lampe bereits ab 12 m nichts mehr "ging". Im Bereich der Brücke hatten wir (Phillipp Michel (SDA) und ich) dann das erste mal Kontakt. Wegen der geringen Sicht (ca. 5 m) und der starken Strömung gestaltete sich das "Betauchen" nicht ganz einfach und wir blieben im Brückenbereich (50 bis 56 m). Auch Fotos liessen sich nicht einfach "schiessen", da die Strömung und die Schwebstoffe meist ein Fixieren und Ausleuchten mit der Tanklampe nötig machten. Der Bewuchs des Wracks war der hohen Tiefe und dem geringen Licht entsprechend nicht üppig. Den Hauptbewohner der Brücke, einen ca. 70 cm langen Zackenbarsch haben wir aber aber recht schnell zu Gesicht bekommen und genauso schnell vertrieben - man merkt, dass im Jahr nur wenige Taucher hier "vorbeikommen". Trotz aller Wiedrigkeiten: es war ein einmaliges Erlebnis, dass natürlich gebührlich gefeiert wurde!



Noch hat sich in vielen Bereichen wenig angesiedelt


Rote Anemonen sind die vorherschenden Tiere








unscharf, aber man erkennt die Höllenströmung


Ein mittlerer Zackenbarsch nimmt Reissaus




Entenmuscheln an der 12 m Deko-Marke



Die Tauchbasis für Ausflüge zur Restigouche: SDA - Swiss Divers Association

zurück